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Tätigkeitsbericht 2010
Organisatorisches
Neben den Förderanträgen für die Selbsthilfegruppen bei den Krankenkassen, konnten wir erneut erfolgreich beim Gesundheitsamt eine Förderung für die SHG SEGEL beantragen.
Durch besonderen persönlichen Einsatz ist es uns gelungen, für unser Projekt Genesungsbegleitung beim LVR eine Fördersumme von 2500,- € zu bekommen.
Laufende Vereinsarbeit
Mit 3 Arbeitstreffen und wöchentlichen Telefonkonferenzen per Skype haben wir die notwendigen organisatorischen und planerischen Aufgaben gemeinschaftlich beraten und erarbeitet. Zu unserem großen Bedauern hat sich Claudia Schmitz seit Ende des Jahres aus der aktiven Vorstandsarbeit zurückgezogen. Dafür begrüßen wir Hartmut Stobbe, der sich zunehmend in die Abwicklung der Kassenangelegenheiten eingearbeitet hat und damit unsere bisherige Kassiererin Bärbel Lorenz entlastet hat, die dieses Amt im nun folgenden Jahr abgeben möchte.
In vielen unzähligen Telefonaten haben wir Menschen in schwierigen Situationen Beistand geleistet, und sie auf ihrem Weg zur Genesung begleitet.
Krisenbegleitung: Wir (Bärbel, Claudia, Hartmut, Karolin + Bürgerhelfer) haben 22 Personen in der Krise begleitet und so mit Tat und manchmal auch Rat Hilfestellung geleistet mit Telefonaten, Besuchen, Begleitung bei Behördengängen und Klinikbesuchen. Einige davon wurden kontinuierlich über das Jahr in der Stabilisierung begleitet. Dadurch konnten einige Klinikaufenthalt vermieden oder deutlich verkürzt werden.
Die „ Kontaktstelle für Psychiatrie-Erfahrene“ des Netzwerk 01( www.netzwerk01.de) betreibt eine Hotline in der eine niedrigschwelliges Angebot für Krisensituationen geschaffen wurde. Dieses Projekt wir vom Verein Woge ebenfalls mit betreut.
Die Mitarbeit beim BPE ( Bundesverband für Psychiatrie-Erfahrene ) und die Teilnahme an der Arbeitsgruppe Netzwerk01 wurden weiter fortgeführt. Darüber hinaus haben wir an den Treffen des LPE, jeden 2. Mittwoch im Monat, mitgewirkt. Der LPE hat es sich u.a. zur Aufgabe bemacht, Konzepte mit Tipps und Tricks Krisen zu bewältigen an Einrichtungen verschicken.
Teilnahme an den monatlichen Beratsitzungen in der Anlaufstelle Rheinland durch Frau Lorenz. SH-Gruppen
Segel (Seelische Gesundheit Leben)
Neben den vielen Terminen und sonstigen Verpflichtungen haben wir die SHG Segel auch im Jahr 2010 weiter moderiert. Auch hier haben wir wieder erfolgreich Förderung vom Gesund-heitsamt auch von den Krankenkassen beantragen können. Leider ist der Verwendungsnachweis für die Abrechnung mit dem Gesundheitsamt immer mit erheblichen Aufwand verbunden. Aufgrund der sehr engen Richtlinien war es auch dieses Mal wie schon zuvor eine echte Her-ausforderung, sich mit den entsprechenden Entscheidern auseinander zu setzen. Eine genaue Beschreibung über die Ziele und die Arbeitsweise der Gruppe finden Sie unter www.woge-verein.de. Die SHG trifft sich einmal monatlich am 2ten Dienstag im Monat.
GeBe (Genesungsbegleitung gegenseitig)
Die von Frau Lorenz geleitete Gruppe setzt sich intensiv mit dem Thema Genesungsbegleitung auseinander. Dabei werden eigene Strategien entwickelt um neue individuelle Wege zur Stabilisierung finden. Besonders soll dabei auch das Thema Stressbewältigung mit wirksamen Methoden behandelt werden. Die SHG- GeBe ist aus der Gruppe PAUSE ( Psychose, Alkoholabhängigkeit und Suchterfahrene ) hervor, die schon seit 2001 bestand. Menschen mit Doppeldiagnose (Psychose und Alkoholabhängigkeit, Sucht ) sind auch doppelt betroffen. Oft passieren Rückfalle in die Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, aber auch in die Psychose, oder gar eine Drogen induzierte Psychose. Daher ist eine SH-Gruppe mit Doppeldiagnose- Betroffenen eine besondere Herausforderung. Die SHG- GeBe wird vom Verein WoGe e. V. betrieben, steht aber auch dem Netzwerk 01nahe.
Treffen alle 14 Tage.
Anlässlich unseres Projektes Genesungsbegleitung haben wir einige Termine der Gruppentreffen für neue Genesungshelfer geöffnet. Diese Termine wurden eingerichtet um die per Zeitungs-anzeige neu gewonnen Genesungshelfer kennen zu lernen und um Schulungen durchzuführen. Dazu wurden mehrere Schulungstermine eingerichtet, in denen die zukünftigen Genesungshelfer mit den entsprechenden Krankheitsbildern / Verhaltensweisen von Menschen in einer psychischen Krise vertraut gemacht werden. Weiter Themen waren: Gesprächstechniken und Rollenspiele im Umgang mit Konfliktsituationen. (Mehr dazu siehe unter Projekt Genesungsbegleitung.)
Seelenoase
Mit der Seelenoase hat der Verein Woge e.V. ein neues Standbein in Leverkusen bekommen. Hier entsteht ein Netzwerk von Selbsthilfegruppen, die mit gemeinsame Aktionen zu ihrer Genesung beitragen wollen. Darunter sind z.B. die Diagnosen Depression, Psychose, Borderline, Angst und Panik, Bipolar, Essstörung sowie Angehörigengruppen.
Im SPZ in 51373 Leverkusen-Manfort werden Selbsthilfegruppen, die sich mit psychischen Krankheiten befassen, gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen in Leverkusen angeboten. Alle Aktionen stehen unter dem Motto: “Trialog“ (Betroffene, Angehörige und Fachleute).
Darüber hinaus wird für eine gute Lobby in der Gesellschaft geworben und informiert und für eine bessere Integration gesorgt, um aus dem Inseldasein heraus zukommen und der Stigmatisierung entgegenzutreten. Das Projekt ist aufgrund der Gesundheitlichen Beeinträchtigung von Herrn Stobbe im Moment ausgesetzt. Mehr Informationen dazu unter www.netzwerk-seelenoase.de
Um für Betroffene ein interessantes Angebot für das Wochenende zu schaffen hat Frau Claudia Schmitz folgende Angebote ins Leben gerufen:
Jeden 1. Sonntag im Monat, 15.00 - 18.00 Uhr: Frauengruppe "Seelentanz", für Frauen die sich nach Lebenskrisen stabilisieren und verändern wollen. Gemeinsames Essen und Achtsamkeitsübungen, nach Anleitung eines Arbeitsbuches ergänzt durch Bewegung wie Qi Gong oder Entspannungsübungen.
Jeden 3. Sonntag 15.00 - 18.00 Uhr: "Offener Treff", mit Spielen, Kaffe, Tee und Gesprächen..
Jeden 4. Samstag im Monat 15.00 - 18.00 Uhr "Kochgruppe", gemeinsam einkaufen und kochen.
Diese Aktivitäten in Leverkusen wurden durch die wertvolle Arbeit von Frau Claudia Schmitz möglich gemacht.
Projekte
Projekt Krisenpension/ Krisenbegleitung
Die Mitarbeit am Arbeitskreis „ Initiative Krisenpension „ haben wir auf Grund von Zeitmangel bis auf weiteres eingestellt.
Projekt „Selbsthilfe als Partner und Motor“
Mitarbeit beim BApK ( Bundesverband Angehöriger psychisch Kranker ).
Betreuung des Projektes Selbsthilfe als Partner und Motor„, welches vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell gefördert wird. Damit eine bessere Kommunikation unter den gesamten Gruppierungen ( Selbsthilfegruppen, Vereine, Institutionen und Organisationen ) stattfinden kann soll zunächst eine Internet- Plattform errichtet werden, in der alle Gruppierungen veröffentlicht werden, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind sowie eine kostenlosen Telefonhotline betrieben werden. Damit möchten wir die Selbsthilfe unterstützen aus ihrem Schattendasein herauszukommen. Des weiteren sind Zusammenkünfte in Form von Arbeitsgruppen und Tagungen geplant.
Projekt Antistigma
Das „ Antistigma-Projekt“ wurde durch Teilnahme an mehreren Schulungen und an einer Ausbildung für Profis unter der Leitung von Lena Freimüller (Psychologin) an der Uniklinik unterstützt. Dazu finden folgende Schulprojekttermine unter Mitwirken von Frau Lorenz statt:
Schulprojekte:
- Schulprojekt an der Uni-Klinik in Köln: (2 mal) für die PlegerInnen, die in die Psychiatrie gehen
- Schulprojekt an der Realschule in Wassenberg
- Schulprojekt kath. Fachhochschule in Köln.
Projekt Genesungsbegleitung
Da es uns gelungen ist, für das Projekt Genesungsbegleitung eine Förderung vom LVR zu bekommen, konnten wir die Weiterentwicklung des Konzeptes fortführen und weiterhin wieder viele Menschen in Krisensituationen unterstützen s.o.. Da wir aber schon lange am Limit unserer Kapazität angelangt waren, wollten wir nun die Zahl unserer Genesungsbegleiter mittels einer Anzeige im Kölner Stadt-Anzeiger vergrößern, die uns helfen sollte neue ehrenamtliche Helfer zu gewinnen.
Durch die Anzeige haben wir eine erstaunliche Anzahl von Menschen angesprochen. Alle Interessenten wurden von uns persönlich angerufen, was sich wegen der zum Teil schlechten Erreichbarkeit als nicht so einfach herausstellte. Es war sehr aufwendig, die entsprechenden Kontaktdaten zu erheben, um so weiterhin die Informationen über das Projekt weitergeben zu können. Einige waren dann einfach nicht mehr zu erreichen oder hatten unrealistische Vorstellungen von dem Projekt. Immerhin noch 10 potentielle HelferInnen konnten wir zu einem ersten Termin zum Kennenlernen einladen. Diesem folgten dann mehrere Schulungstermine, die leider mit stetig abnehmender Teilnehmerzahl belegt waren.
Viele hatten offenbar andere Erwartungen gehabt: Waren nicht so begeistert Hilfsdienste wie z.B. Einkaufen zu erledigen, Glaubten schneller auch wirklich Geld verdienen zu können usw. Daher konnten wir durch diese Aktion mit der Anzeige die Anzahl unserer Krisenhelfer nicht wesentlich und wirklich nachhaltig vergrößern. Wir werden uns weiterhin bemühen neue Krisenhelfer/ Genesungsbegleiter zu gewinnen, gegebenenfalls mit einer erneuten Anzeigenaktion.
Öffentlichkeitsarbeit in 2010
Wieder haben wir über das Verteilen von Flyern und Infomaterial, persönliche Kontakte und Empfehlung Mitgliederwerbung betrieben und der Verein WoGe e.V. weiter bekannt gemacht.
Herr Stobbe hat in dem von ihm herausgegebenen Selbsthilfe-Magazin “Blitzlichter“ interessante Beiträge aus dem Bereich der Selbsthilfe veröffentlicht.
Durch die erneute erfolgreiche Beantragung von Fördergeldern konnten wir uns bei Institutionen wie: Krankenkassen, Gesundheitsamt, LVR nachhaltig in Erinnerung halten..
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